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Sexualisierte Diskriminierung am Ausbildungs- und Arbeitsplatz

Auch sexualisierte Diskriminierung und Gewalt am Ausbildungs- und Arbeitsplatz ist eine Form sexualisierter Gewalt und hat vielfältige Erscheinungsformen. Diese reichen von pornographischen Bildern,  taxierenden Blicken und anzüglichen Sprüchen bis hin zu körperlichen sexualisierten Übergriffen und auch Vergewaltigungen.

Finanzielle Abhängigkeiten, die Sorge vor einem möglichen Verlust des Arbeits- oder Ausbildungsplatzes und/oder Nachteilen für das berufliche Fortkommen begleiten solche Erlebnisse zumeist unmittelbar und erschweren oft ein Reagieren. Oftmals fragen sich Betroffene zunächst, ob ihre Wahrnehmung stimmt oder ob z.B. die Berührung nicht vielmehr `unabsichtlich´, der Spruch vielleicht `nicht so gemeint´ war. Auch solche Verunsicherungen in der Bewertung gehören zu den besonderen Dynamiken und fatalen Wirkungsweisen dieser Form sexualisierter Gewalt. 

Sexualisierte Diskriminierung am Arbeitsplatz kann jede Person treffen, unabhängig von ihrem Aussehen, Verhalten, Alter, Familienstand oder ihrer beruflichen Situation. Das Vorkommen ist tatsächlich in allen Bereichen und Branchen groß. Mehrfachdiskriminierungen erschweren den Umgang mit solcherart Erlebnissen und Situationen oftmals noch zusätzlich. Viele Betroffene fühlen sich völlig allein(gelassen).

Wenn Sie solche sexualisierten Situationen und/oder Übergriffe erleben oder erlebt haben, melden Sie sich gern bei uns. Auch wenn Sie sich nicht sicher sind, wie Sie das, was Ihnen passiert ist, einordnen können, rufen Sie uns an. Gern klären wir mit Ihnen das Geschehen und was Sie wahrgenommen haben und besprechen mit Ihnen Ihre nächsten Schritte, Ihre Rechte und unsere Unterstützungsmöglichkeiten. Vertrauen Sie auf Ihre Wahrnehmung und nehmen Sie Ihre Gefühle ernst. Wenn Sie das Gefühl haben, da war etwas in einer Situation nicht in Ordnung, dann – so sind unsere Erfahrungen – stimmt das.

Auch wenn Sie als Kolleg*in oder in Ihrer beruflichen Rolle, z.B. als Gleichstellungsbeauftragte*r, Situationen beobachtet haben, angesprochen wurden und Fragen dazu haben, wie Sie darauf reagieren können, sind Sie bei uns richtig.

Ihre rechtlichen Möglichkeiten bei sexualisierter Diskriminierung und Gewalt am Ausbildungs- oder Arbeitsplatz

Neben der Stärkung Ihrer Wahrnehmung und Ihrer persönlichen Situation gibt es auch rechtliche Möglichkeiten für Sie, denn sexualisierte Diskriminierung und Gewalt am Ausbildungs- und Arbeitsplatz ist gesetzlich verboten. Als Rechtsgrundlage dient hier zum einen das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), auf dessen Grundlage Grenzverletzungen und Übergriffe am Arbeits- und Ausbildungsplatz arbeitsrechtlich sanktioniert werden können. Darüber hinaus kann ggf. auch eine Strafanzeige auf Grundlage des Sexualstrafrechts (StGB) in Betracht kommt. Beide Wege sind völlig unabhängig voneinander – der eine richtet sich an Ihre*n Arbeitgeber*in, der andere an die Polizei – beide haben ganz unterschiedliche Grundlagen, Verfahren(swege) und Folgen.

Wenn Sie Fragen dazu haben, können Sie sich ebenfalls gern an uns wenden. Wir informieren Sie über die jeweiligen Wege, besprechen mit Ihnen Ihre Möglichkeiten und unsere Unterstützungsangebote auf Ihrem Weg. Vor dem Beschreiten eines offiziellen formalen Beschwerdeweges ist unserer Erfahrung nach eine Beratung, ggfs. auch eine rechtliche Beratung durch eine arbeitsrechtliche Fachanwältin/einen Fachanwalt, sinnvoll. Sprechen Sie uns gern an.

Wo finden Sie weitere Informationen und Materialien?

Weitere Informationen rund um das Thema Sexualisierte Gewalt am Ausbildungs- und Arbeitsplatz finden Sie hier (link zu https://www.frauen-gegen-gewalt.de/de/aktionen-themen/make-it-work.html) und im AGG: Gesetzestext   (https://www.gesetze-im-internet.de/agg/) sowie bei ADS Berlin (https://www.antidiskriminierungsstelle.de/DE/startseite/startseite-node.html)

Wo gibt es sonst noch Hilfe in Hamburg?

Basis und Woge https://www.adb-hamburg.de/de, PAG https://www.pag-hamburg.org/

Wo gibt es bundesweit weitere Hilfe?

ADS Berlin       https://www.antidiskriminierungsstelle.de/DE/startseite/startseite-node.html

Themis Berlin https://themis-vertrauensstelle.de/

Hilfreiches für Führungskräfte, Personalverantwortliche, Betriebsrät*innen, Gleichstellungsbeauftragte und andere 

Auch als Führungskraft, Personalverantwortliche, Betriebsrät*in, Kolleg*in sind wir bei Fragen zu konkreten Vorkommnissen in ihrem Arbeitsumfeld für Sie da.

Wenn Sie innerhalb Ihrer Einrichtung, Ihres Unternehmens, Ihrer Institution, Ihres Vereins o.ä. Ihrer gesetzlichen Verpflichtung zur Fortbildung und Information nachkommen oder für die Thematik sensibilisieren möchten, können Sie sich ebenfalls an uns wenden. Aktive Prävention und Aufklärung ist der beste Schutz vor sexualisierter Diskriminierung und Gewalt am Arbeitsplatz!

Auf Anfrage bieten wir Sensibilisierungs- und Fortbildungsveranstaltungen zum Thema sexualisierte Diskriminierung und Gewalt an. Rufen Sie uns gerne an.

Materialien für Ihre Sensibilisierung und Information finden Sie hier bei bff: make it work!

https://www.frauen-gegen-gewalt.de/de/aktionen-themen/make-it-work.html

bff-Broschüre https://www.frauen-gegen-gewalt.de/de/sexuelle-belaestigung-am-arbeitsplatz-2409/brosch%C3%BCre-was-tun-bei-sexualisierter-bel%C3%A4stigung-diskriminierung-und-gewalt-am-arbeitsplatz.html?sprache=1

im AGG         https://www.gesetze-im-internet.de/agg/

und bei der Antidiskriminierungsstelle des Bundes ADS: https://www.antidiskriminierungsstelle.de/DE/startseite/startseite-node.html

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